Das Bad
Ein besonderes Ereignis ist das Bad. Es ist aus Reinlichkeitsgründen
für den Säugling nicht unbedingt notwendig, vielmehr vermittelt es dem Kind ein intensives
Sinneserlebnis: Die allseits den Körper umfließende Wärme des Wassers (37°C), die Schwerelosigkeit
im Auftrieb, das Gehaltensein durch Arm und Hände der Mutter oder des Vaters, Lösung und Entspannung.
Meine Erfahrung ist, dass sich der Säugling in der großen Badewanne auf dem Körper eines Elternteils
besser gehalten und wohler fühlt als alleine im Badeeimer. Das erste Bad sollte erst nach ca.
40 Lebenstagen bereitet werden. Jetzt ist der Säugling schon tiefer mit den Elementen der Erde verbunden.
Es muss nicht häufiger als einmal in der Woche stattfinden. Wird es regelmäßig am gleichen Wochentag,
zur gleichen Uhrzeit und nach gleichem Ablauf durchgeführt, so fördert es das Empfinden für Rhythmen
und gibt die Sicherheit des Wiederkehrenden. Damit die Haut im Wasser nicht entfettet, können 5 Esslöffel
Muttermilch (auf 10 l Wasser) oder andere nicht schäumende Badezusätze zugegeben werden. Durch den noch
unreifen Wärmeorganismus bedingt, kühlt das Kind nach einem Bad rasch aus, deshalb umhüllen wir es in
vorbereitete warme Tücher. Hier eignen sich weiche Flanelltücher besonders gut. Nach dem Bad kann die noch
feuchte Haut eingeölt werden. "Unsere Liebe und Sorgfalt muss das Kind umgeben, wie ein
angenehmes, gleichmäßiges, warmes Bad". (Emmy Pikler)