Berührung und Beziehung bei der Körperpflege
In der ersten Lebenszeit besteht der Tag des Neugeborenen aus Schlafen,
Trinken und gepflegt werden. Hier macht es die ersten Erfahrungen in der
Beziehung mit anderen Menschen, im besonderen mit den es berührenden Händen.
Das Neugeborene spürt, ob die Körperpflege nur funktional durchgeführt wird, oder ob eine echte Begegnung
zwischen Mutter bzw. Vater und Kind stattfindet. Beispielsweise wird immer wieder die Verwendung von
Einmalwindeln damit gerechtfertigt, dass man durch die Zeitersparnis beim Wickeln mehr Zeit für Spiel und
"echte" Zuwendung hätte. Die Trennung zwischen unangenehmer Pflicht als notwendigem Übel und der dann
folgenden angenehmen Belohnung in Spiel und Freizeit wird hier bereits veranlagt. Dabei könnte die
Körperpflege zu einer für Mutter bzw. Vater und Kind erfreuliche Begegnung werden. Dies kann gelingen,
wenn die Aufmerksamkeit ganz dem Kind und den einzelnen Schritten der Pflege zugewandt bleibt.
Die Eltern werden dann das Kind altersgemäß berühren und es gemäß seinen Fähigkeiten in ihre Handlungen
einbeziehen. Sie kündigen jeden Schritt beim Auskleiden, Waschen, Abtrocknen, Eincremen, Wickeln und
Ankleiden an. Sie führen das Kind dabei mit Gesten und Blick.