Kostaufbau - Abstillen
Durch das Stillen bleibt der Säugling körperlich mit der Mutter verbunden.
Beide teilen Nähe, Wärme und Stimmungen in größter Unmittelbarkeit. Langsam aber stetig wendet
sich die Aufmerksamkeit des Kindes nach außen. Seine Sinnestätigkeit und seine Bewegungen beginnen sich auf ein Ziel zu richten.
Die Aufnahme von Nahrung aus der Pflanzen- und Tierwelt ist die natürliche und konsequente Fortsetzung
dieser Öffnung und Auseinandersetzung. Mit ca. sechs Monaten ist die körperliche und seelische Entwicklung
so weit vorangeschritten, dass die Muttermilch schrittweise durch andere Nahrung ergänzt wird. Der
richtige Zeitpunkt zum Abstillen nähert sich, wenn bei der Mutter das Bedürfnis wieder erwacht, unabhängiger
vom Kind zu werden. WHO und UNICEF empfehlen, bis zum vollendeten 6. Lebensmonat das Babys ausschließlich mit
Muttermilch zu ernähren. Danach soll mit dem Kostaufbau begonnen werden. Wenn es für Mutter und Kind gut ist, kann bis
in das 2. Lebensjahr hinein bzw. darüber hinaus gestillt werden. Oftmals geht der Impuls zum Abstillen vom Säugling aus,
wenn er an neuer Kost Geschmack gefunden hat oder Interesse für das entwickelt, was Eltern oder Geschwister essen.
Immer bedeutet das Abstillen, dass ein neues Verhältnis von Mutter und Kind entstehen muss. Der Übergang von der
Brust- zur Kleinkindernährung kann durchaus ohne Flasche erfolgen, weil Flaschentrinken oftmals das Säuglingsverhalten
bis in die ersten Lebensjahre hinein verlängert. Das Kind kann schon früh ein kleines Glas selbst halten. Daraus kann es
Getränke oder auch verdünnten Brei trinken. Zwar braucht das Erlernen des Umgangs mit dem Glas zunächst etwas mehr Geduld,
bald wird das Kind sich daran freuen, dass es wie die Erwachsenen selbständig aus dem Glas trinken kann. Den Eltern bleibt
das Abgewöhnen der Nuckelflasche, von der sich die Kinder oft ungern trennen, erspart. Babyfreundliche Geburtskliniken orientieren
sich an den „10 Schritten zum erfolgreichen Stillen“,( www.babyfreundlich.org ). Dort wird u.a. gefordert auf
Beruhigungs- und Flaschensauger zu verzichten.